Gute Gründe für digitale Jugendbeteiligung

Noch nicht überzeugt von digitaler Jugendbeteiligung? Wir zeigen gute Gründe, warum der Einsatz von digitalen Tools besonders bei der Beteiligung junger Menschen effektiv und erfolgreich ist.

7 gute Gründe für digitale Jugendbeteiligung, Film: DKJS 2016/Lukas Hellbrügge, CC BY-ND 3.0 DE

Gute Jugendbeteiligung fördert den Austausch zwischen Generationen, fördert innovative und zukunftswirksame Ideen, stärkt demokratische Kompetenzen und führt nicht zuletzt zu passgenauerer Politik und Planung. Damit kann der Grad (digitaler) Beteiligung zum Standortfaktor für Kommunen werden.

Junge Menschen brauchen Möglichkeiten des Engagements und der politischen Teilhabe, die über die klassischen Verfahren hinausgehen – Verfahren, die zeitgemäß sind und sich an ihrer Lebenswelt orientieren. Digitale Medien und Werkzeuge bieten vielfältige Wege, um sich auszutauschen und Entscheidungen zu gestalten.

Dafür gibt es gute Argumente:

Es erfordert Zeit und Energie, sich eine fundierte Meinung zu bilden, diese mit anderen zu diskutieren und am Ende abzustimmen. Nicht alle haben die Möglichkeit oder auch die Lust, sich zu einem festgesetzten Zeitpunkt (z. B. abends nach der Schule, Uni, Ausbildung) an einem festen, manchmal weit entfernten Ort zu treffen.

Digitale Tools können Jugendlichen eine wichtige Hilfestellung bei der Teilnahme an Beteiligungsprojekten sein. Sie können Infos oder methodische Anregungen liefern, wie sich die Jugendlichen in der Gruppe oder allein mit den Fragestellungen auseinandersetzen können. Außerdem ist es mit Hilfe digitaler Medien leichter möglich, Hintergrundinformationen zum Gegenstand des Beteiligungsprozesses in die Diskussion einfließen zu lassen. So kann mehr „Fachwissen“ in die Diskussion gebracht werden, was verhindert, dass die Jugendlichen Dinge diskutieren, die zum Beispiel aus finanziellen oder strukturellen Gründen nicht umsetzbar sind. Somit werden Jugendliche anschließend seltener frustriert oder enttäuscht, wenn ihre Beteiligung keine Wirkung zeigt.

Digitale Tools können hier helfen, die Ansprüche in den unterschiedlichen Lebenswelten miteinander zu vereinbaren, sie sind immer und überall individuell nutzbar, dann, wenn die Teilnehmenden motiviert sind und Zeit haben. Interessierte können über Tage und Wochen im Gespräch miteinander bleiben. Alle Argumente und der Diskussionsverlauf werden abgebildet und können über einen festgelegten Zeitraum von allen ergänzt werden.

Digitale Tools können den gesamten Beteiligungsprozess abbilden: Sie können Informationen zentral zur Verfügung stellen und von der Ideensammlung über Abstimmungen bis hin zur konkreten Umsetzung der Ergebnisse alle Prozesse nachvollziehbar abbilden. So bieten sie einen fortwährenden Überblick, auch für diejenigen, die an diesem Prozess nicht beteiligt, aber daran interessiert sind. Der Ein- und Überblick schafft Verständnis und Vertrauen für die Abläufe und Verfahren von Politik und Verwaltung.

In einem guten Dialog haben alle Betroffenen die Möglichkeit, ihre Argumente einzubringen. Bei reger Beteiligung bedeutet das schnell eine große Menge an Daten, die gesammelt, geordnet und bewertet werden muss. Viele digitale Beteiligungstools bieten die Möglichkeit, Inhalte zu verschlagworten, danach zu filtern und zu sortieren. Der Austausch von Meinungen wird in digitalen Tools unmittelbar dokumentiert. Das erlaubt den Teilnehmenden, einen Überblick über den Diskussionsverlauf zu behalten und erleichtert die Auswertung und Vorbereitung der Entscheidung.

So gut wie alle Jugendlichen nutzen tagtäglich digitale Medien. Sie teilen Bilder, Videos, Informationen und Meinungen, sie verhandeln miteinander und treffen Absprachen. Beteiligung mithilfe digitaler Tools ist somit nur konsequent, denn den Jugendlichen bekannte und vertraute Räume zu nutzen und gemeinsam mit ihnen auszugestalten, steigert die Akzeptanz. Darin steckt das Potenzial, gleichberechtigt zu handeln. Politik und Verwaltung kommen so leichter mit der für viele ihrer Planungen wichtigen Zielgruppen ins Gespräch.

Durch die Teilnahme an Beteiligungsprojekten erfahren Jugendliche, dass sie etwas bewirken und verändern können – sie werden zu Mitentscheider*innen. Sie lernen, dass es Spaß machen kann, sich politisch einzubringen und Dinge zu bewegen. Dies kann dazu motivieren, sich auch über das lokale Umfeld hinaus in anderen, klassischen Formaten politisch zu engagieren.

Sollen Jugendliche erreicht werden, die bisher wenig Kontakt mit Politik oder politischen Themen hatten und erst einmal wenig damit anfangen können, ist eine besonders niedrigschwellige Form der Beteiligung notwendig. Hier können digitale Medien und Werkzeuge eine besondere Rolle spielen, denn sie ermöglichen den Jugendlichen, sich einfacher und von überall her in die Gestaltung ihres Lebensumfelds einzubringen. Sie können von Zuhause aus und vor dem Computer sitzend ihre Meinungen und Ideen einbringen, anstatt sich in eine für sie unbekannte Situation begeben zu müssen.

Jugendliche wollen mitreden und sich engagieren. Dazu brauchen sie die Gelegenheit sowie Möglichkeiten. Kommunen, die ihnen attraktive, moderne, digital unterstützte Wege der Mitsprache bieten, verschaffen sich dadurch einen Standortvorteil als beteiligungsfreundliche, digitale Gemeinden. Die Zufriedenheit und die Identifikation steigen, wenn junge Menschen sehen, dass ihr Engagement zu Ergebnissen führt.

Ein digitaler Ort der Beteiligung lässt sich leicht mit anderen Online-Medien verbinden, die Jugendliche nutzen, und so bekannter machen. Teilnehmende können Ideen, Argumente und Materialien mit ihren Kreisen teilen und andere motivieren, sich mit einem Thema zu beschäftigen. Freund*innen und Bekannte bereits Teilnehmender gelangen über einen Klick zum Beteiligungsverfahren und können unmittelbar selbst einsteigen. Damit spricht digitale Beteiligung mehr und andere Jugendliche an und motiviert sie zu aktiver politischer Teilhabe.

War das überzeugend? Dann geht es hier gleich weiter mit Tipps für die Projektplanung.

Noch nicht überzeugt? Schauen Sie sich unsere Beispiele für gelungene Projekte aus der Praxis an.

Hier finden Sie mehr Informationen zu digitaler Jugendbeteiligung.

 

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