Fördermöglichkeiten

Projektförderung ist vielfältig und differenziert. Dieser Text zeigt Grundlagen für die Planung, Verfahrenswege sowie relevante Förderprogramme.

Ein digitales Beteiligungsprojekt ist – neben der grundsätzlichen Bereitschaft der Verantwortlichen für ein solches Beteiligungsverfahren – immer abhängig von den zur Verfügung stehenden Ressourcen wie Zeit, Personal, Arbeitsbedingungen und somit von den finanziellen Mitteln. Wir zeigen in acht Schritten, wie Rahmenbedigungen für ein gelingendes Projekt geschaffen werden können.

Acht Schritte zur Projektförderung

Um von den vielfältigen Möglichkeiten die richtige Förderung für ein digitales Jugendbeteiligungsverfahren ausfindig machen zu können, müssen zunächst die spezifischen Bedingungen des Projekts ausgearbeitet werden. Das bedeutet eine intensive Auseinandersetzung mit dem Beteiligungsprojekt: Zusammen mit dem Projektteam werden der Bedarf, der Beteiligungsgegenstand, die Kompetenzen des Teams, Ziele und Methoden ermittelt und in einem Konzept zusammengefasst.

Folgende Fragen sollten beantwortet werden:

  • Was ist das Ziel, was wollen wir mit dem Projekt erreichen?
  • Warum machen wir das, was ist unsere Motivation?
  • Wie wollen wir das erreichen, mit welchen Mitteln?
  • Wen wollen wir damit ansprechen, wer ist unsere Zielgruppe?
  • Wann soll das Projekt stattfinden, was sind Start und Endpunkt?
  • Wo findet das Projekt statt?
  • Wer trägt die Verantwortung bzw. leitet das Projekt?
  • Wie sind die Entscheidungsprozesse organisiert?
  • Wieviel Geld- und Sachmittel benötigen wir dafür insgesamt? Wie viel können wir davon selbst aufbringen und wie viel müssen wir von außen einwerben?

Wie ein digitales Jugendbeteiligungsverfahren mit seinen einzelnen Projektphasen geplant wird und wer dabei Unterstützung leisten kann, wird detailliert in unserer Rubrik Projekt planen erklärt.

Bereits in dieser Phase muss geklärt werden, wie die strukturelle Anbindung an politische Entscheidungsprozesse gewährleistet wird.

Die Vorarbeit lohnt sich, denn wenn über diese Punkte Klarheit herrscht, ist es wesentlich einfacher, passende Förder*innen zu finden und diese vom eigenen Projekt zu überzeugen. Erst jetzt ist es sinnvoll, die nächsten Schritte zur Projektfinanzierung anzugehen. Diese Überzeugungsarbeit ist die eigentliche Aufgabe, die für die Projektförderung bevorsteht.

Die Projektförderung lässt sich in drei große Bereiche unterteilen. Es gibt die so genannte „öffentliche Hand“, worunter kommunale Förderung sowie Länder-, Bund- und EU-Förderung fallen. Die privaten Finanzierungshilfen fassen Stiftungen, Fonds und unabhängige Förderer zusammen. Die Eigenfinanzierung beschreibt Maßnahmen wie Fundraising oder Crowdfunding.

Um herauszufinden, welcher der verschiedenen Förderer am besten zum eigenen Jugendbeteiligungsprojekt passt, ist es zunächst sinnvoll, sich einen thematischen Überblick zu verschaffen. Förderprogramme und Stiftungen sind in der Regel auf Zielgruppen und thematische Bereiche festgelegt. So lässt sich die Masse der passenden Förderer zunächst eingrenzen.

  • Die Finanzierungsdatenbank Baden-Württemberg fasst unterschiedliche Fördermöglichkeiten zusammen. Die Suche kann nach Förderfeldern, Regionen oder Institutionen eingegrenzt werden.
  • Die LKJ Berlin bietet Listen von Fördermöglichkeiten im Bereich Integration und Partizipation an.
  • spendwerk.de bietet eine Übersicht von Crowdfunding-Plattformen

Die Förderer wollen von den Projekten unterschiedliche Bedingungen erfüllt sehen. Nachdem nun potentiell passende Förderstellen in die engere Auswahl genommen wurden, müssen deren Bedingungen ausgewertet werden.

Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Bedient das Projekt die geforderte Zielgruppe?
  • Wer ist berechtigt, einen Antrag zu stellen?
  • Gibt es eine Antragsfrist?
  • Wie hoch ist die maximale Fördersumme?
  • Wie oft kann ich Fördergelder beantragen?
  • Welche Kosten sind förderfähig (Unterschied Personalkosten, Sachkosten etc.)?
  • Welche Projekte wurden dort bisher gefördert? (Um zu sehen, ob mein Projekt potentiell in das Raster passt.)

Trotz aller Vorarbeit und Information durch das Internet ist es immer sinnvoll, das persönliche Gespräch zu suchen und zum Telefonhörer zu greifen. So lassen sich Missverständnisse und fehlgerichtete Arbeit vermeiden. Die zentrale Frage in diesem Schritt: Ist das angestrebte digitale Jugendbeteiligungsprojekt tatsächlich förderfähig?

Sehr oft gehen Anträge an den Wünschen und Förderzielen des Geldgebers vorbei. Um die Chance auf eine finanzielle Förderung zu erhöhen, ist es sinnvoll, das Beteiligungsprojekt entsprechend den Förderbestimmungen auszurichten. Das Projekt soll in diesem Arbeitsschritt selbstverständlich nicht seinen ursprünglichen Charakter verlieren. Es hat sich jedoch bewährt, eine solche Anpassung vorzunehmen, da die Aussichten einer Förderung so gravierend erhöht werden. Im Oktober 2016 findet ein bundesweiter Fachaustausch der Servicestellen für Jugendbeteiligung statt. Im Anschluss daran werden wir an dieser Stelle eine aktuelle Kontaktliste für Beratungsmöglichkeiten veröffentlichen.

Tipp: Sofern vorhanden, sollten Beratungsangebote des potentiellen Geldgebers angenommen werden.

Bevor der Antrag eingereicht wird, sollte er von erfahrenen Personen geprüft werden. Es ist wichtig, eine alternative Finanzierungsquelle zu planen, falls der Antrag abgelehnt wird.

Tipp: Menschen oder Organisationen, die bereits durch die jeweilige Förderstelle unterstützt wurden, können wertvolle Hinweise für den Antragstext geben. Wie so ein Förderantrag aussehen soll und weitere nützliche Praxistipps finden sich unter servicestelle-jugendbeteiligung.de.

Um die Finanzierung eines digitalen Jugendbeteiligungsprojekts auf sichere Beine zu stellen, bietet es sich an, eine Gesamtstrategie zu entwerfen. Eine sinnvolle Kombination aus mehreren Einnahmequellen hat sich hierbei bewährt. Um langfristig erfolgreich finanzielle Mittel über eine Förderstelle zu beschaffen, ist es notwendig eine gute Beziehungsarbeit und einen permanenten Dialog zum Geldgeber zu pflegen. Kurzfristige Aktionen über Fundraising oder Crowdfunding sind weitere wichtige Bausteine und können schnell auch mal kleinere Beträge in die Kassen spülen.