Minecraft-Workshop zum Thema Stadtentwicklung

München

Architektur und Städteplanung sind die Themen, mit denen sich Kinder und Jugendliche in dem Workshop auseinandersetzen. Sie stimmen sich ab und organisieren sich, um ein gemeinsames Bauprojekt in Minecraft zu realisieren.

Träger

JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, München

Hintergrund und Anlass zur Beteiligung

Das Open-World-Spiel Minecraft bietet einen leichten Zugang durch seine einfach gehaltene Grafik sowie das simple Prinzip, dass jedes (Bau-)Material durch ein viereckiges Klötzchen dargestellt wird – und dennoch eine unglaubliche Komplexität und kreative Freiheit. Finanziert wurde der Workshop im Rahmen der Projektreihe „Begegnungen im Offenen Raum“ der Stiftung Otto Eckart. Er fand statt in Kooperation mit update. jung & erwachsen, einem Programmangebot der Münchner Stadtbibliothek.

Beteiligte, Beteiligungsgegenstand und Zielsetzung

Der Workshop richtet sich an Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren, die lernen, sich kreativ mit ihrer urbanen Umgebung auseinanderzusetzen. Aufgabenstellung für die Vorbereitungsklasse der Mittelschule an der Ichostraße in München war es, eine gemeinsame Stadt mit entsprechenden Stadtvierteln zu erschaffen. Dieser Workshop wird im Folgenden beispielhaft beschrieben.

Prozessübersicht/-verlauf

Bevor die Schüler*innen in der digitalen Welt ihre Ideen erschaffen durften, bekamen sie von einer Architektin einen Input zum Thema Städteentwicklung und -planung. Verschiedene Bauformen von Städten wurden gezeigt und es wurde besprochen, welche Viertel eine Stadt überhaupt besitzt und welche Gebäude bzw. Institutionen für das Zusammenleben notwendig sind. Anschließend planten die Schüler*innen in Kleingruppen mittels Zettel und Stift auf einer ausgedruckten Karte der Minecraft-Welt die Struktur ihrer Stadt. Die Entwürfe wurden diskutiert, man einigte sich auf einen gemeinsamen Stadtentwurf. Schließlich wurden die Aufgaben zur Erstellung der Gebiete der geplanten Stadt auf Kleingruppen aufgeteilt (Hafen, Gewerbegebiet, Erholungsgebiete, Stadtzentrum, Verkehrswege etc.) – es arbeiteten je zwei Teilnehmende zusammen an einem Computer.

Am zweiten Projekttag wurde die Stadt immer größer und mit dem Zusammenwachsen der Viertel sprachen sich die Gruppen mehr und mehr ab – ein gemeinsames Gesamtwerk entstand. Zum Abschluss präsentierten und diskutierten die Schüler*innen die von ihnen entwickelte und gebaute Stadt.

Die Ergebnisse werden im Rahmen der Projektreihe „Begegnungen im offenen Raum“ der Stiftung Otto Eckart als Gesprächsgrundlage einer Diskussion über Stadtentwicklung genutzt. Das Projekt wurde beim Münchner Schulwettbewerb zur Stadtentwicklung eingereicht und mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Eingesetzte digitale Medien

  • MinecraftEdu, die offizielle Minecraft-Modifikation für Schulen

Offline- bzw. Face-to-Face-Methoden

  • Befragung, um an das Thema heranzuführen und den bisherigen Erfahrungsstand der Teilnehmenden zu erheben

Erfahrungen

Ohne Vorkenntnisse mit Minecraft kann die Flut an neuen Eindrücken und Möglichkeiten dazu führen, dass sich Teilnehmende im assoziativen Spiel verlieren. Mit einer passenden Zielsetzung sowie ausreichenden Organisations- und Planungsphasen ist dies aber sehr gut in den Griff zu bekommen. Im Projekt erarbeiteten sich die Teilnehmenden ihre Regeln der Zusammenarbeit selbstständig. Herausforderung dabei: Team- und Problemlösungskompetenzen entwickeln. Den Jugendlichen wurde bewusst, wie wichtig Planung ist. Denn ist eine Straße oder ein Gebäude falsch gesetzt, dann kostet es sehr viel Zeit, Fehler wieder zu beheben.

Was lief besonders gut?

Die Akzeptanz von Minecraft ist bei Kindern und Jugendlichen sehr hoch. Es ist relativ leicht zu bedienen, die Teilnehmenden benötigen aber dennoch Zeit, sich einzuarbeiten. Viele Kinder und Jugendliche sind bereits Minecraft-Expert*innen. Wenn man diese als Unterstützer*innen gewinnen und sich auf deren Hilfe einlassen kann, verringert sich der Aufwand im Projekt selbst erheblich.

Koordinaten

  • 80634 München
  • Stiftung Otto Eckart, JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, zusammen mit dem MZM (Medienzentrum München) – in Kooperation mit der Münchner Stadtbibliothek/update. jung & erwachsen
  • Februar 2015
  • 15 Schüler*innen
  • Die Ergebnisse werden als Gesprächsgrundlage einer Diskussion über Stadtentwicklung genutzt. Das Projekt wurde beim Münchner Schulwettbewerb zur Stadtentwicklung eingereicht und anerkennend ausgezeichnet.
  • Kontakt: JFF, Ulrich Tausend, E-Mail: ulrich.tausend@jff.de