Strukturierter Dialog

Berlin

Der Strukturierte Dialog hat das Ziel, die aktive Partizipation junger Menschen am demokratischen Leben zu fördern – und das sowohl auf der lokalen und regionalen als auch auf der nationalen und europäischen Ebene. Er wird seit 2010 in allen EU-Mitgliedsländern umgesetzt. Ein zentrales Element ist dabei der direkte und regelmäßige Austausch zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträger*innen.

Träger

Träger der Koordinierungsstelle für den Strukturierten Dialog in Deutschland ist der Deutsche Bundesjugendring.

Hintergrund und Anlass zur Beteiligung

Der europaweite Strukturierte Dialog ist in eineinhalbjährigen thematischen Prozessen angelegt. In drei aufeinander aufbauenden Phasen entwickeln junge Menschen und Verantwortliche aus Politik und Verwaltung zu einem Schwerpunktthema gemeinsame Vorschläge. Jede Phase wird durch Aktivitäten in den Mitgliedstaaten (z. B. Workshops, Dialogveranstaltungen, (Online-)Befragungen) vorbereitet und durch eine EU-Jugendkonferenz abgeschlossen. Dort diskutieren Jugend- und Ministeriumsvertreter*innen die Ergebnisse aus den Ländern und entwickeln daraus Empfehlungen. In jedem Land koordinieren Nationale Arbeitsgruppen den Beteiligungsprozess. Die Nationale Arbeitsgruppe in Deutschland setzt bei der Umsetzung auf eine Mischung von Offline- und Online-Methoden. 

Beteiligte, Beteiligungsgegenstand und Zielsetzung

Der Strukturierte Dialog 2016/2017 arbeitet mit dem Schwerpunktthema „Zusammenleben gestalten“. Jeder Beteiligungs-Zyklus ist auf ca. 18 Monate angelegt und startet mit einem anderen Schwerpunkt. Ziel ist es, auf die vielfältigen Herausforderungen im gesellschaftlichen Zusammenleben Antworten zu finden und gemeinsam Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten, um die aktive Partizipation junger Menschen am demokratischen Leben zu fördern. Beteiligen können sich Jugendliche und junge Erwachsene.

Prozessübersicht/-verlauf

Der Strukturierte Dialog findet in Deutschland dezentral in meist regional verankerten Projekten statt. Die Projekte entscheiden selbst über ihre Arbeits- und Herangehensweise und über ihre Methodenwahl. Die Ansätze und Methoden sind dabei sehr vielfältig, um den Bedürfnissen der unterschiedlichen Zielgruppen gerecht zu werden. Ergänzend findet auf der Bundesebene regelmäßig unter anderem die Dialogveranstaltung „JuPiD – Jugend und Politik im Dialog“ statt.

Meinungen und Vorschläge werden online auf der Website des Strukturierten Dialogs gesammelt. Im zweiten Schritt können die Teilnehmenden per Abstimmung entscheiden, welche Beiträge an die EU-Jugendkonferenz weitergegeben werden. Auch Reaktionen und die Wirkung werden über die Plattform nachvollziehbar für alle Interessierten dargestellt. Über eine Website sowie soziale Medien wird der Strukturierte Dialog beworben. Digitales Material wie Filmclips, Arbeitshilfen und Methodenwerkzeuge stehen zum Weitergeben zur Verfügung.

Die Ergebnisse aus jedem Prozess-Zyklus gehen als Empfehlungen in EU-Jugendkonferenzen und in Dokumente der EU-Jugendminister*innen sowie der EU-Kommission ein.

Eingesetzte digitale Medien

Erfahrungen

Dezentrale Projekte zu regionalen Themen und ein europaweit gesteuerter Strukturierter Dialog sind gelegentlich schwer aneinander anzudocken. Auch stellt es eine Herausforderung dar, die Wirkung des Strukturierten Dialogs nachzuverfolgen und transparent zu machen: Jugendliche hätten gerne schnelles Feedback, während Entscheidungsgremien eher in längeren Zeiträumen denken.

Koordinaten

  • 10178 Berlin
  • Deutscher Bundesjugendring
  • seit 2010
  • Teilnehmerzahl ist nicht konkret messbar, da die Gruppen meist dezentral und unabhängig arbeiten.
  • Auseinandersetzung mit den Anliegen in europäischer und nationaler Politik und Verwaltung.
  • Kontakt: Koordinierungsstelle Strukturierter Dialog in Deutschland, E-Mail: sd@dbjr.de