Tempelhofer Feld

Berlin

Ein kollaborativ erstellter Entwicklungs- und Pflege-Plan (EPP) für das Tempelhofer Feld in Berlin gibt vor, wie das ehemalige Flughafengelände zukünftig genutzt und entwickelt werden soll.

Träger

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin

Hintergrund und Anlass zur Beteiligung

Der Flughafen Berlin-Tempelhof war bis Oktober 2008 ein internationaler Verkehrsflughafen im Süden des Berliner Stadtgebiets. Während der Blockade West-Berlins 1948/49 war der Flughafen ein wichtiger Teil der Berliner-Luftbrücke zur lebensnotwendigen Versorgung der Bevölkerung aus der Luft und spielt nicht zuletzt aus diesem Grund eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt. Nach der Schließung des Flughafens wurden verschiedene Nutzungskonzepte diskutiert. Die entstandenen 300 Hektar Freifläche wurden im Jahr 2010 als Park zugänglich gemacht und werden von Berliner*innen und Urlaubsgästen sehr gut angenommen. Es entstand ein offener Raum für kreative Pionierprojekte, Sport- und Erholungsmöglichkeiten. Bei einem Volksentscheid im Jahr 2014 stimmten die Berliner*innen gegen die Randbebauung und für eine weitgehende Erhaltung der Freiflächen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von Berlin hat Liquid Democracy e. V. beauftragt, einen Partizipationsprozess ins Leben zu rufen, um die Berliner*innen an der Erstellung und Umsetzung eines Entwicklungs- und Pflege-Plans (EPP) zu beteiligen. 

Beteiligte, Beteiligungsgegenstand und Zielsetzung

Alle Einwohner*innen Berlins sind dazu aufgerufen, sich mit ihren Ideen zu beteiligen. Das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes sieht eine partizipative Erstellung eines Entwicklungs- und Pflege-Plans vor. Das Ziel ist es, den Ort als Raum kultureller Vielfalt und Innovation sowie als Miteinander von Natur und Mensch zu erhalten und nachhaltig weiter zu entwickeln.

Prozessübersicht/ -verlauf        

Die kollaborative Erstellung des EPP wurde als offener Prozess gestartet, das heißt alle Berliner*innen konnten selbst entscheiden, wie die Beteiligung gestaltet werden soll. Mit Hilfe der Online-Plattform Tempelhofe Feld wurde dieser Prozess unterstützt, indem in der ersten Beteiligungsphase online Vorschläge zur Nutzung und Pflege des Tempelhofer Feldes eingebracht werden konnten. In der zweiten Prozessphase (bis Ende Juli 2015), wurden diese online eingebrachten Vorschläge in offline tagenden Werkstätten diskutiert und in Texten verarbeitet. Die in den Werkstätten entwickelten Texte wurden anschließend online gestellt und konnten dort von allen Berliner*innen kommentiert und ausgearbeitet werden. Diese online und offline kollaborativ erarbeiteten Texte wurden später zum EPP zusammengefasst.

Eingesetzte digitale Medien

  • Open Source Software Adhocracy 2 von Liquid Democracy e. V. als Grundlage der Online-Plattform

Offline- bzw. Face-to-Face-Methoden

Erfahrungen

Die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt war nicht stark ausgeprägt, deshalb ist die (online) Beteiligung nur langsam angelaufen.

Koordinaten

  • 12101 Berlin
  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von Berlin, Liquid Democracy e. V.
  • Dezember 2014 bis April 2016
  • 1999 registrierte Nutzerinnen und Nutzer; über 40.000 Besucherinnen und Besucher der Webseite
  • Der EPP liegt vor und wird im Abgeordnetenhaus beraten. Auf dieser Grundlage wird festgelegt, wie das Tempelhofer Feld zukünftig genutzt wird.
  • Kontakt: Rouven Brües (Projektkoordination Online-Plattform) Liquid Democracy e. V., E-Mail: info@liqd.net