Willst du mit uns Wählen gehen?

Rostock

Von wegen Politikverdrossenheit: Mit unserem unabhängigen Online-Magazin wahlweise wollen wir, junge Medienmacher*innen aus Mecklenburg-Vorpommern, Lust auf demokratische Beteiligung machen.

Träger

Jugendmedienverband MV e.V. mit Unterstützung der Beteiligungswerkstatt MV (in Kooperation mit dem Europäischen Integrationszentrum Rostock, rok-tv und der Landeszentrale für politische Bildung MV)


Hintergrund und Anlass zur Beteiligung

Das Recht Wählen gehen zu können, wird als einer der Grundpfeiler unserer Parlamentarischen Demokratie angesehen. Bisher muss ich 18 Jahre alt sein für Landtagswahlen in M-V.
Viele junge Menschen, die das erste Mal wählen gehen dürfen, stellen sich Fragen, sind neugierig und brauchen Unterstützung. Aktive im Jugendmedienverband MV e.V. haben schon 2006 und 2011 ein Magazin von Jugendlichen für Erstwähler*innen aufgelegt. Damals noch als „Kreuznordost“ gedruckt und verteilt, 2011 dann als „wahlweise“ begleitet mit einem Blog. 2016 war die Idee das ganze komplett online zu machen. In diesem Blog und mit Social Media begleitet.
Am 4. September 2016 standen die Landtagswahlen in unserem Bundesland an. Es standen Kandidat*innen von neuen und alten Parteien zur Wahl. Es ist manchmal gar nicht so leicht den Überblick zu behalten.
Daher haben sich junge Menschen ans Werk gemacht, Licht ins Dunkel zu bringen und Politik mal auf eine etwas andere Art und Weise zu betrachten. So wurden im Laufe des Jahres 2016 Artikel, Videos, Illustrationen und weiteres für das Online-Magazin wahlweise gesammelt.
Die Inhalte reichten dabei von der Beschreibung des Wahlverfahrens über die Vorstellung junger Landtagskandidat*innen bis hin zu weiteren Themen, die junge Menschen interessieren rund um die Landtagswahl. Sie sollen den Zugang zur Landespolitik erleichtern. Weitere Infos streuten wir auch über Twitter, Facebook und Instagram.


Beteiligte, Beteiligungsgegenstand und Zielsetzung

An dem Prozess der Ideenentwicklung, Projektplanung, Umsetzung und Auswertung waren von Anfang an aktive junge Medienmacher*innen des JMMV beteiligt. Die ursprüngliche Idee kommt aus den Reihen der Jugendlichen und wurde 2016 nochmal rausgeholt. Die Jugendredaktion für das Online-Magazin wurde als Workshop ausgeschrieben und ermöglichte so allen Interessierten an dem Projekt teilzunehmen. Über Social Media forderten wir auf weitere Fragen zu stellen, deren Antworten und Informationen dann für den Blog aufgearbeitet wurden.
Journalistische Vorkenntnisse waren nicht nötig, allein das Interesse sich mit der Landtagswahl auseinanderzusetzen war eine Zugangsvoraussetzung. 
Ziel war die Auseinandersetzung mit der Landtagswahl sowie in einer gemeinsamem Jugendredaktion das Wissen aufzuarbeiten und zu veröffentlichen. Junge Erstwähler*innen sollten so erreicht werden und sich informieren können.


Prozessübersicht/-verlauf und verwendete Methoden

Zunächst wurde die Idee 2015 bei der Jahresplanung für das Jahr 2016 gesponnen. Die Jugendlichen des JMMVs erarbeiteten mit Unterstützung von Katharina Bluhm von der Beteiligungswerkstatt MV dann das Konzept für das Online-Magazin. Wir wollte mit einem Workshop als Auftakt starten und von da aus alle weiteren On- und Offline-Schritte verhandeln und verabreden. So wurde der Workshop Anfang 2016 ausgeschrieben und das erste Wochenende fand Ende Mai 2016 in Rostock statt.
Das Wochenende wurde genutzt, um gemeinsam einige Fragen zu klären. Welche Themen sind für Jugendliche wichtig und worüber soll geschrieben werden? Welche jungen Politikerinnen und Politiker können  zu ihrem Engagement in der Landespolitik interviewt werden? Was ist die Rolle der Medien bei der Landtagswahl? Außerdem wurde vermittelt, was man alles zum journalistischen Arbeiten benötigt: Redaktionsarbeit, Recherche und Interviewführung. Um herauszufinden, was für ein Magazin veröffentlicht werden sollte – print, digital oder beides – versuchten wir herauszufinden über welche Kanäle die Teilnehmenden sich über politische Themen informieren. Daneben sammelten wir die Social Media Kanäle, die aktiv genutzt oder auch nur konsumiert wurden. Mit diesem ersten Einblick starteten wir ins Projekt. Den Blick konnten wir noch ein wenig erweitern, als Sören Köhn, der Leiter vom Rostocker Offenen Kanal (rok-tv) uns besuchen kam. Zusammen mit dem Europäischen Integrationszentrum (EIZ) soll eine Wahlsendung produziert werden durch eine jugendliche Redaktion. Die Idee ist eine informative, aber unterhaltsame, nicht unbedingt mainstreamige Sendung mit den Direktkandidaten aus Rostock zu filmen. Wir sahen uns Beispiele aus einer ähnlichen Sendung zur Bundestagswahl an. Die Teilnehmenden fanden die Idee gut und wir berücksichtigten sie in der weiteren Planung. Nach einem kurzen Input zum Thema Wahlen und Landtagsarbeit, wurden auch noch die Vorstellungen der Teilnehmenden gesammelt,  was für sie ein gutes Magazin – analog oder digital – ausmacht. Da zeigten sich auf jeden Fall ordentliche Ansprüche. Anschließend sammelten wir mit der ABC-Methode Ideen für Themen und Artikel – von Abgeordnete bis Zukunftsplan oder AfD bis Zählen und Arbeitsplätze bis Zukunft. Die Top 3 Themen von jeder*m wurden ausgewählt und festgehalten. Dazu gehören unter anderem: Vergleich der Parteiprogramme, Warum gibt es in M-V kein Wahl-o-mat? Erstwähler*innen und Wahlbeteiligung sowie junge Politiker*innen. Zum Abschluss des Workshoptages wurde sich  dafür  entschieden ein Onlinemagazin herauszubringen, das mit Socialmediakanälen begleitet wird wie Instagram , Facebook und Twitter. Interne Kommunikationskanäle wurden verabredet, genauso wie ein Zeitplan und erste Zuständigkeiten.
Danach wurden Artikel geschrieben, Interviews geführt und veröffentlicht sowie die Socialmediakanäle mit Infos gefüttert. Die Veröffentlichungsideen erweiterten und änderten sich über die Wochen, aber es landete das im Blog, was die Jugendlichen interessierte und sie umsetzen wollten.
Im Juli gab es ein weiteres Offline-Treffen um gemeinsam an Artikeln zu schreiben und einige der Interviews zu führen.


Eingesetzte digitale Medien 

  • Blog wahlweise.jmmv.de zur Veröffentlichung der Inhalte
  • twitter als weitere Veröffentlichungsplattform, Werbung und Interaktion mit Interessierten. Es gab auch ein Interview per Twitter mit Wahlbeobachter Martin Fuchs.
  • Instagram als weitere Veröffentlichungsplattform, Werbung und Interaktion mit Interessierten
  • facebook als weitere Veröffentlichungsplattform, Werbung und Interaktion mit Interessierten
  • hootsuit, um einzelne Posts für Instagram und Twitter vorzubereiten und teilweise automatisch posten zu können
  • Slack, für interne Kommunikation und Absprachen
  • owncloud, um Daten zu speichern und Artikel zu verwalten.
  • infogram.com/ um Infografiken zu bauen und den Countdown zur Landtagswahl laufen zu lassen


Erfahrungen/Lehren aus dem Prozess

Es war definitiv gut mit einem Workshop zu starten und gemeinsam zu erkunden mit welchem Medium die Jugendlichen Lust haben zu veröffentlichen, welche Themen sie interessierten und wie sie diese umsetzen wollten. Im Laufe des Projektes war der Kommunikationsaufwand ziemlich hoch. Die Jugendlichen immer wieder zu motivieren einzelne Sachen anzugehen, selbstgewählte Deadlines einzuhalten oder auch bei Kontaktaufnahmen zu Politiker*innen zu unterstützen. Die Idee über mehrere Monate ein begleitendes Blog und Socialmediakanäle zu füllen, erwies sich als ganz schön aufwendig für ein Freizeitprojekt der jungen Teilnehmenden. Es mussten Abstriche gemacht werden und gute Lösungen für crossmediales veröffentlichen gefunden werden. Definitiv ist eine Affinität zu Online-Medien hilfreich und auch journalistische Vorkenntnisse gut, wobei dies keine Zugangsvoraussetzung waren, aber das Schreiben oder interviewen erleichterten. Nicht so einfach wie gedacht lief es Reichweite online aufzubauen. Aber auch dafür wurde sich Stück für Stück vorgetastet. Geholfen hat auch, sich nochmals gemeinsam im Juli zu treffen um an den Artikeln und Interviews zu arbeiten.


Zusammenfassend

Möchte man Wahlen im Nachhinein auswerten, so lassen sich Ergebnisse am Besten in Zahlen ausdrücken. Zahlen eignen sich auch, um unser Projekt wahlweise nach der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern Revue passieren zu lassen.
Von April bis September haben wir 18 Blogeinträge auf wahlweise.jmmv.de veröffentlicht. Wir haben 6 Interviews mit Jungpolitikerinnen und Jungpolitikern aus 5 Parteien geführt, die uns Fragen zum Wählen ab 16, zur Bildungspolitik und zu den Perspektiven für Jugendliche im Land beantwortet haben.
31 Minuten dauerte das Interview, das wir mit @wahl_beobachter Martin Fuchs auf Twitter geführt haben. Er hat mit uns über seine Beobachtungen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und dem Wahlkampf in Sozialen Netzwerken gesprochen.
7 Autor*innen schrieben spannende Beiträge: Lennart analysierte mögliche Koalitionsbildungen anhand erster Wahlprognosen. Hannah erklärte allen Erstwähler*innen wie genau der Wahlvorgang funktioniert. Lore schrieb beispielweise über das Straßeninterview, das sie zusammen mit rok-tv geführt hat und Katha berichtete unter anderem über das Planspiel Leben.Lieben.*Kreuzchen machen. Auf Twitter, Instagram und auf unserem Blog posteten wir 10 gute Gründe wählen zu gehen. Der meistgeteilte Grund Nummer 6 wurde auf Twitter von 12 Menschen retweetet und von 17 Usern favorisiert. Auch die Schweriner Volkszeitung wurde darauf aufmerksam und fügte unsere Instagrambilder in ihren Liveticker am Wahltag ein. Mit Schließung der Wahllokale am 4. September um 18 Uhr endete der Wahlkampf und auch die wahlweise-Redaktion legte eine Verschnaufpause ein – bis zur nächsten Wahl.

Koordinaten

  • PLZ und Ort: 18057 Rostock
  • Initiator*innen: Aktive des Jugendmedienverbandes MV e.V.
  • Beteiligungszeitraum: April 2016 – September 2016
  • Teilnehmendenzahl: Mitglieder der Jugendredaktion: 10
  • Kontakt: Katharina Bluhm Email: beteiligung@jmmv.de, 015733315668