Offene Daten

Was sind eigentlich ... offene Daten?

Die Basis jeder Beteiligung sind Informationen. „Offene Daten“, auch „Open Data“ genannt, helfen dabei, die Informationsbasis für Initiativen und Beteiligungsprozesse zu verbessern. Der Begriff umfasst alle Daten, die frei und unverschlüsselt zur Verfügung gestellt und von der Allgemeinheit genutzt und weiterverwendet werden. Dabei können diese aus verschiedenen Bereichen, wie der Wissenschaft oder der Verwaltung, stammen.

Allerdings sind nicht alle Daten, die Behörden, Organisationen oder Firmen besitzen, frei verfügbar. Das ist verständlich, weil z. B. persönliche Informationen geschützt werden müssen. Da es sich bei offenen Daten jedoch per Definition nie um personenbezogene Daten handelt, können eventuelle Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes direkt wieder fallen gelassen werden. Ein offener Datensatz kann z. B. eine Liste mit allen Aktivitäten einer Jugendfreizeiteinrichtung sein. Allerdings darf diese nicht die Namen der zuständigen Mitarbeiter*innen oder Teilnehmer*innen beinhalten.

Offene Daten stehen für einen Wandel im Verhältnis zwischen Bürger*innen und Politik, Verwaltungen und Behörden. Wenn Daten staatlicherseits grundsätzlich aufbereitet und angeboten werden, können Initiativen, Organisationen oder Unternehmen diese nutzen, um etwa Missstände zu belegen oder neue Anwendungen und Dienste für die Öffentlichkeit zu entwickeln. Ein Beispiel hierfür stammt aus Berlin-Lichtenberg: Dank der Veröffentlichung ausführlicher Informationen durch den Berliner Senat auf der Plattform kleineanfragen.de, war es möglich, das Thema des Sanierungsstaus an Schulen anschaulich zu visualisieren. 

Damit aus Daten auch offene Daten werden, gilt es zwei wesentliche Faktoren zu beachten:

  • Eine Lizenzierung der Daten muss die Bearbeitung und Weiterverwendung der Daten ermöglichen. Veröffentlicht beispielsweise ein Rathaus den Stadtplan unter seinem Copyright, dann lässt dies nicht zu, dass Bürger*innen diesen weiterverwenden und weiterentwickeln können. Wird er beispielsweise unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, ist die Weiterverwendung wieder möglich. Idealerweise erfolgt diese Lizenzierung auch immer mit so wenigen Einschränkungen wie möglich, da diese sonst die Möglichkeiten der Weiterverwendung teilweise massiv mindern.
  • Zusätzlich ist auf eine maschinenlesbare und strukturierte Veröffentlichung der Daten zu achten, die in einem offenen Dateiformat erfolgen sollte. Dies ist wichtig, damit die veröffentlichten Daten tatsächlich auch in einem digitalen Jugendbeteiligungsprojekt weiterverwendet werden können, ohne sich über Formatierungen und nötige Programme Gedanken machen zu müssen. So sollten z. B. Tabellen im .csv -Format oder Texte im .txt-Format veröffentlicht werden. Diese Formate stellen sicher, dass die Daten an so vielen Computern wie möglich genutzt werden können, unabhängig davon, ob sie die gleiche Software installiert haben.

 

CC BY-SA 3.0 DE / Leonard Wolf