4 Fragen an: Regina Renner

Thema

jugend.beteiligen.jetzt im Gespräch mit Regina Renner vom Bayerischen Jugendring

https://jugend.beteiligen.jetzt/Regina%20Renner%20%C2%A9%20BJR

Die Beteiligungsplattform muss unterschiedliche Beteiligungsintensitäten zulassen.

Regina Renner, Bayerischer Jugendring

1. Was war das Thema bzw. der Gegenstand der Jugendbeteiligung?

Renner: Im Rahmen des Modellprojekts Onlinepartizipation des Bayerischen Jugendrings finden kommunale Beteiligungsprojekte in zehn Gemeinden in Bayern statt. Die Projekte widmen sich ganz unterschiedlichen Themen und befinden sich zum größten Teil in der Durchführungsphase.

2. Welche Beteiligungstools werden genutzt und welches Ziel verfolgt ihr mit den Tools?

Renner: Alle Beteiligungsprojekte hatten eine Onlinediskussionsphase auf der Plattform brabbl, die für die einzelnen Gemeinden angepasst wurde. Folgende Kriterien bildeten die Entscheidungsgrundlage bei der Auswahl der Onlineplattform:

  • Die Beteiligungsplattform muss responsiv sein, d. h. sowohl am Desktop-PC als auch auf mobilen Endgeräten nutzbar sein.
  • Die Beteiligungsplattform muss unterschiedliche Beteiligungsintensitäten zulassen: Es muss die Möglichkeit gegeben sein, Vorschläge als Text, Bild oder Video einzustellen und diese zu bewerten und kommentieren. Konkret sollen folgende Funktionen möglich sein: Einbringen von Vorschlägen zu Fragestellungen, Diskussion der eingebrachten Vorschläge, Bewertung bzw. Abstimmung der Vorschläge.
  • Es sollte eine Sortierung der Argumente unter den Vorschlägen möglich sein, damit die Diskussion nicht unübersichtlich wird.
  • Es sollte die Möglichkeit vorhanden sein, dass mehrere Diskussionen zu mehreren Themen auf einer Seite eingestellt werden können.
  • Das Design der Seite muss ansprechend und jugendaffin gestaltet werden. Reine textlastige Seiten sind zu vermeiden, Bewertungen von Beiträgen müssen möglich sein.

Grundsätzlich soll im Rahmen dieser kommunalen Beteiligungsprojekte neben der Offlinediskussion eine Erweiterung des Diskussionsraumes im digitalen Bereich durch die Beteiligungsplattform ermöglicht werden.

3. Wie kommt ihr in Eurem Jugendbeteiligungsprojekt zu Ergebnissen: per Klick oder Diskussion?

Renner: Alle Beteiligungsprojekte wurden mit Offlineveranstaltungen, die in der Regel vorgeschaltet waren, kombiniert. Die Ideen aus den Offlineveranstaltungen wurden auf der Onlineplattform zur weiteren Diskussion bzw. Abstimmung eingestellt. Es war zu beobachten, dass die Möglichkeit der Abstimmung der einzelnen Vorschläge stärker wahrgenommen wurde als Vorschläge neu einzubringen oder eingebrachte Vorschläge zu diskutieren.

4. Was passiert mit den Ergebnissen?

Renner: In einer Projektregion konnten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf der Onlinebeteiligungsplattform direkt über die Umsetzung von zwei Projekten im Rahmen von je 2000 Euro entscheiden. Das Ergebnis des Beteiligungsprozesses mit einer finalen Onlineabstimmung wird also direkt umgesetzt. In den anderen Fällen befinden sich die Projekte noch in der Umsetzung. Prinzipiell werden die Beteiligungsprojekte im Rahmen des Modellprojekts Onlinepartizpation des BJR an den Qualitätskriterien der Jugendarbeit in Bayern ausgerichtet, nach denen als Voraussetzung des Beteiligungsprozesses verbindliche Einbindungs- und Rückmeldungsprozesse der Kommunalpolitik implementiert sind.