4 Fragen an: Sonja Reichmann

Thema

jugend.beteiligen.jetzt im Gespräch mit Sonja Reichmann, Referentin für digitale Medien, Netzwerk Jugendserver Niedersachsen beim Landesjugendring Niedersachsen

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Es sind weitere digitale Schnittstellen zu kommunalen Entscheidungsprozessen in Politik und Verwaltung zu schaffen. Der Rückkanal muss auch digital werden!

Sonja Reichmann, Landesjugendring Niedersachsen

1. Was war das Thema bzw. der Gegenstand der Jugendbeteiligung?

Reichmann: Beteiligung ist persönlich, lokal, einfach und macht Spaß! Vor diesem Hintergrund haben wir im Projekt neXTmedia – Medienkompetenz in der Jugendarbeit eine Webanwendung entwickelt, welche auf einfache und motivierende Art Verbesserungswünsche von Kindern und Jugendlichen aufnimmt. Die Anwendung wird vor allem auf Großveranstaltungen wie Ausstellungen, Messen, Festen usw. eingesetzt, die von Kindern und Jugendlichen aus ganz Niedersachsen besucht werden. Ziel war es, eine Anwendung zu konzipieren, die einfache Beteiligung ermöglicht, die Spaß macht, persönliche Meinung dokumentiert und lokalen Bezug vermittelt.

2. Welche Beteiligungstools werden genutzt und welches Ziel verfolgt ihr mit den Tools?

Reichmann: Mit Webcam, GoogleMaps und Formularfeld (Freitext und Auswahlboxen) stellen wir die Frage: „Sag uns, wie du deine Stadt verbessern möchtest!” und „Was wünschst du dir? Wähle einen Bereich, den du verbessern möchtest: Schule, Freizeit, Zukunft, Sicherheit, Mitbestimmung, Verkehr, Stadtbild, Sonstiges”. Ihre Wünsche können die Teilnehmer-innen in ihrer Region eintragen. Wir haben dazu drei Feedbackschleifen entwickelt:

  1. Persönliches Feedback per E-Mail und/oder geteilt auf Facebook, Twitter
  2. Gemeinsames Feedback aller Eingaben auf der Übersichtskarte: „Was fordern die anderen?”
  3. Excel-Export und Headmap (Übersicht über die Häufigkeit der abgegebenen Stimmen per Region) der abgegebenen Statements.

Mit der dritten Option können die Ergebnisse nach Landkreisen/Orten sortiert und die Wünsche weiterverarbeitet und präsentiert werden. Diese Option ist vor allen für lokale Partner in den Jugendringen, Jugendverbänden sowie kommunalen Trägern der Jugendarbeit, die in jugendpolitischen Veranstaltungsformaten die Statements einbringen können.

3. Wie kommt ihr in Eurem Jugendbeteiligungsprojekt zu Ergebnissen: per Klick oder Diskussion?

Reichmann: Die Meinung per Klick, das Ergebnis in Diskussion.

4. Was passiert mit den Ergebnissen?

Reichmann: Die neXTmap wird derzeit als White-Label-Version für Jugendbeteiligung entwickelt. Ziel ist es, ein niedersachsenweites Meinungsbarometer zu haben, welches die aktuelle Zeitverzögerung zwischen Event/Klick der Statementabgabe und Diskussion/Ergebnis im jugendpolitischen Kontext minimiert. Daher sind weitere digitale Schnittstellen zu kommunalen Entscheidungsprozessen in Politik und Verwaltung zu schaffen. Der Rückkanal muss auch digital werden!