4 Fragen an: Theresa von Bischopink & Martin Weber

Thema

jugend.beteiligen.jetzt im Gespräch mit Theresa von Bischopink vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend und Martin Weber von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V.

https://jugend.beteiligen.jetzt/Theresa%20von%20Bischopink%20%C2%A9%20Christian%20Schnaubelt/BDKJ-Bundesstelle

Die On- und Offlinediskussion ist für unseren Ergebnisprozess am Wichtigsten.

Theresa von Bischopink, BDKJ
https://jugend.beteiligen.jetzt/Martin%20Weber%20%C2%A9%20AEJ

In einem zweistufigen Prozess konnten die Thesen der Arbeitsgruppe online beraten, diskutiert, zusammengefasst und abgestimmt werden.

Martin Weber, AEJ

1. Was war sind Themen bzw. die Gegenstände der Jugendbeteiligung?

Weber: Im Frühjahr 2017 haben die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein gemeinsames Sozialwort der Jugend herausgegeben, mit dem sich beide Verbände im Vorfeld der Bundestagswahl zu wichtigen sozialen Fragen positionieren. Eine Arbeitsgruppe hat einen Textentwurf samt Thesen entwickelt. Diese Thesen wurden in einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren (offline und online) mit jungen Menschen weiterentwickelt und qualifiziert.

Von Bischopink: Es geht um die Themen Teilhabe und Freiheit, Sozialwelt, eine gemeinsame Welt und die weltweite Friedensordnung, Europa, Umwelt und Nachhaltigkeit, Arbeitswelt, Bildung, Medien und Vielfalt. Es ist außerdem unsere Antwort auf die Sozialinitative der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem Jahr 2014.

2. Welche Beteiligungstools werden genutzt und welches Ziel verfolgt ihr mit den Tools?

Weber: Für die Onlinebeteiligung haben wir das ePartool des DBJR eingesetzt, das kostenfrei auf Open-Source-Basis zur Verfügung gestellt wird. In einem zweistufigen Prozess konnten die Thesen der Arbeitsgruppe online beraten, diskutiert, zusammengefasst und abgestimmt werden. Daneben lässt sich mit dem Tool transparent darstellen, wie die Ergebnisse der Onlinebeteiligung in die Weiterarbeit einfließen.

Von Bischopink: Diese Ergebnisse sind dann wiederrum von der Arbeitsgruppe eingearbeitet worden und in Phase drei bei einem Hearing mit Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Themenfeldern und rund 60 Vertreterinnen und Vertretern aus den Jugendverbänden weiter diskutiert worden. Nach einer weiteren Überarbeitung des Papiers wurde es dann abschließend von den Gremien des BDKJ und der aej in einer gemeinsamen Konferenz im Dezember intensiv diskutiert, die gewählten Vertreterinnen und Vertreter haben Änderungsanträge eingebracht, den Text geschärft und darüber abgestimmt, bis dann am Abend das fertige Resultat vor uns lag.

3. Wie kommt ihr in Eurem Jugendbeteiligungsprojekt zu Ergebnissen: per Klick oder Diskussion?

Weber: Mit dem ePartool ist beides möglich und beides hat seine Berechtigung. Meinungsbild und Diskussion zu Thesen. Für und wider gemeinsam erörtern. Und letztlich auch per Klick abstimmen. Die Kombination dieser Elemente ist entscheidend. Das kommt einer guten demokratischen Praxis sehr nahe.

Von Bischopink: Die On- und Offlinediskussion ist für unseren Ergebnisprozess am wichtigsten. Der Bewertungsklick zeigt zwar an, ob eine Sache wirklich mehrheitsfähig ist, der Diskussionsprozess im Netz, aber auch im Hearing waren für die Erstellung des Papiers besonders relevant.

4. Was passiert mit den Ergebnissen?

Weber: Wie bereits oben beschrieben sind die Ergebnisse der Onlinebeteiligungsrunde ebenso wie die Ergebnisse eines (Offline-)Hearings und einer gemeinsamen Schluss- und Beschluss-Konferenz in den Text des Sozialworts der Jugend mit eingeflossen.

Von Bischopink: Die Abstimmung war zwar nicht repräsentativ, dennoch hat der Beteiligungsprozess wichtige Impulse für die Weiterarbeit gegeben, Thesen bestätigt und Aspekte ergänzt. Uns war es wichtig einen breiten Beteiligungsprozess zu haben, der unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt, eine niedrigschwellige, einfache Beteiligung ermöglicht und das Sozialwort so qualifiziert wird.