4 Fragen an: Philipp Lutz

Thema

jugend.beteiligen.jetzt im Gespräch mit Philipp Lutz, der in Nürnberg eine Liga für Spieler*innen des beliebten Computerspiels „League of Legends“ (LoL) in Schulen und Jugendhäusern mitaufgebaut hat:

https://jugend.beteiligen.jetzt/Philipp%20Lutz%20%C2%A9%20Klaus%20Lutz

Viele Eltern und Lehrer*innen verstehen jetzt besser, was ihre Kinder oder Schüler*innen an Computerspielen so begeistert.

Philipp Lutz

1. Welche Instrumente helfen dir bei der Verbreitung deiner Botschaften?

Lutz: Zur Bewerbung eines LoL-Turniers benutzen wir Social-Media-Plattformen wie Facebook, auf denen wir auf die Veranstaltungen hinweisen. Wichtig ist es natürlich, auch Profis und Mit-Gamer anzufragen, die wir über das interne Spielernetz oder Programme wie TeamSpeak anfragen. Wer trotz dieser Ausschreibungen bis zum Turnier nichts mitbekommen hat und kurzfristig davon erfährt, kann meistens auch von Zuhause per Livestream auf Twitch das Spiel verfolgen. Als Nachberichterstattung erscheinen Artikel in der Zeitung und Videos/Trailer auf dem YouTube-Kanal CiTyVee.

2. Welche Erfahrungen hast du dabei im Umgang mit digitalen Tools gesammelt?

Lutz: Ohne digitale Tools wäre so eine Veranstaltung gar nicht möglich. Für ein Turnier müssen eben auch genug Spieler*innen zur Verfügung stehen, die meistens über den eben genannten Weg angefragt werden. Teilnehmende Teams organisieren sich über eine interne TeamSpeak-Struktur. Eine große Menge an zufälligen Zuschauern erreicht man durch die Plattform Twitch, auf der oft mehrere hundert Spieler zufällig auf das Turnier aufmerksam werden. Um die Veranstaltung selbst zu bewerben und Publikum zu gewinnen, ist Facebook das beste Tool.

3. Wer sind deine Adressaten und wie erreichst du diese Zielgruppe?

Lutz: Oft finden Turniere in einem vorgegebenen Rahmen statt, wie z. B. ein Turnier der Schulen oder Jugendhäuser. Dabei unterstützen uns in Nürnberg bei der Spielersuche die entsprechenden Jugendhausleiter*innen oder Lehrer*innen. Wir haben uns mit den Turnieren auf das Spiel „League of Legends“ geeinigt, welches zu einem der größten der Welt gehört. Mittlerweile hat sich ein Profi-eSport-Bereich entwickelt, bei dem Namen wie Schalke 04 auftauchen und LoL spielen. Wir versuchen natürlich auch bei Lehrer*innen und Eltern, um Verständnis für diese Jugendkultur zu werben.

4. Worin siehst du den Erfolg deines Projektes?

Lutz: Immer mehr Leute interessieren sich für eSport, was übrigens auch die Politik einsehen musste und eSport somit im Koalitionsvertrag als Sport anerkennen wird. Auch viele Eltern und Lehrer*innen verstehen jetzt besser, was ihre Kinder oder Schüler*innen an Computerspielen so begeistert. Dadurch fragen nun zahlreiche Jugendhäuser, Schulen und andere Einrichtungen nach einem eigenen LoL-Turnier.

Philipp Lutz (16) organisiert in Nürnberger Schulen und Jugendhäusern League-of-Legends-Turniere. Das enorm weit verbreitete, kostenlose Online-Game wird in Teams von 5 Personen gespielt. Übertragungen von Profi-Partien ziehen auf Video-Streaming-Plattformen Millionen von Zuschauer*innen an. Philipp Lutz’ Leidenschaft ist dabei nicht nur das Spielen: Er setzt sich für die Anerkennung der Höchstleistungen als Sport ein und begleitet die Partien am liebsten als Live-Kommentator.