7 Tipps für die Praxis

Thema

Jugendliche für Beteiligung zu begeistern, ist nicht immer einfach – aber möglich. Die folgenden Tipps aus Gesprächen mit erfolgreichen Praktiker*innen aus Jugendarbeit und Jugendbeteiligung unterstützen Sie bei der Umsetzung Ihres Beteiligungsprojekts.

Eigenmotivation

Was ist Ihre Motivation für die Beteilung von jungen Menschen an Ihrem Vorhaben? Die eigene Überzeugung spiegelt sich in einem motivierten Handeln wider. Ist man selber Feuer und Flamme für ein Projekt, überträgt sich dieser Enthusiasmus schnell auf alle Beteiligten und Interessierten. Nur wenn Sie selbst begeistert sind, können Sie andere anstecken.

Authentizität

Aufgeschlossenheit und eine ehrliche Kommunikation finden bei Zuhörern langfristig oft mehr Gehör als standardisierte Phrasen und trendige Redewendungen. Verstellen Sie sich nicht, um Gehör zu finden, sondern bleiben Sie authentisch.

Kommunikation

Bei der Kommunikation geht es nicht nur um die Verbreitung von Botschaften, sondern auch um das Verstehen der Zielgruppe:

Begegnen Sie Ihrem Gegenüber auf gleicher Augenhöhe, durch beispielsweise ein „du“, fallen Barrieren durch unterschiedliche Hierarchieebenen weg. Das heißt jedoch nicht, auf Teufel komm raus die „Sprache der Jugend“ zu verwenden. Wenn es einem nicht liegt, dann wirkt es auch nicht authentisch. Wichtig ist es vielmehr, eine emotionale Ebene und Vertrauen aufzubauen. Einfache und klare Formulierungen helfen dabei, die eigenen Botschaften leicht verständlich zu kommunizieren.

Motivieren

Wie bereits zuvor beschrieben, schafft Ihre Motivation die Grundlage, um auch Jugendliche für Ihr Vorhaben zu begeistern. Jugendliche werden sich aber nur einbringen, wenn sie im Rahmen des Vorhabens etwas bewirken können. Vermitteln Sie klar, an welchen Stellen Sie unterstützen können. Erklären Sie, welche Änderungen realistisch zu bewerkstelligen und welche Erwartungen überzogen sind.

Es braucht Vermittler zwischen Kommunalverwaltung und Jugendlichen, die jugendlichen Stimmen ein Sprachrohr bieten und ihre Anliegen in Verwaltungsstrukturen tragen.

Prozessbeteiligung

Unterstützen Sie Jugendliche dabei, sich aktiv in die Ideenfindung und die Prozesse einzubringen. Hören Sie jungen Menschen zu, greifen Sie ihre Themen und Anliegen auf und bauen Sie darauf Ihr Partizipationsvorhaben auf. Helfen Sie dabei, gemeinsam die richtigen Adressat*innen für ihr Anliegen zu identifizieren.

Die Beteiligung an einem konkreten Vorhaben und die damit verbundenen Lernprozesse, z. B. durch Feedback und Etappenerfolge, motivieren und sensibilisieren sie für die Komplexität des Prozesses. Dabei liegt es an den erwachsenen Begleiter*innen und Moderator*innen, das Feedback aus der Kommunalverwaltung an die Jugendlichen zu vermitteln. Bei ausbleibenden Rückmeldungen sollten Sie sich im Namen der jungen Menschen stark machen und das Thema nicht ruhen lassen.

Netzwerk nutzen

Kontakte bieten zur Verbreitung Ihres Vorhabens einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert. Nutzen Sie Ihr eigenes Netzwerk – online und offline – bestehend aus Freunden, Familie, Kolleg*innen, Nachbar*innen und vielen mehr. Persönliche Kontakte sind häufig offener für die eigenen Ideen und können diese als Multiplikator*innen weiterverbreiten. Gegebenenfalls helfen auch bestehende Netzwerke bei der Verbreitung von Nachrichten zu Ihrem Beteiligungsvorhaben.

Orte des Geschehens

Nachdem geklärt wurde, wie Jugendliche angesprochen werden sollten, bleibt die Frage zu klären, wo Sie diese Zielgruppe erreichen. Grundsätzlich gibt es nicht die eine richtige Antwort auf diese Frage. Ein beliebter Trugschluss ist, dass sich Ihre Botschaft, einmal ins Internet gestellt, von allein verbreitet. Doch wie wird Ihr digitales Angebot inmitten der riesigen Datenautobahn namens „Internet“ gefunden?

An dieser Stelle lohnt es sich genau zu schauen, wo sich die eigene Zielgruppe aufhält. Social-Media-Kanäle, wie YouTube, WhatsApp oder Facebook, gehören für die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen heute zur alltäglichen Kommunikation. Sprechen Sie mit jungen Menschen darüber, auf welchen Kanälen sie erreicht werden wollen und probieren Sie diese aus! Wichtig ist es im nächsten Schritt bestehende Seiten oder Gruppen in den Kanälen zu identifizieren, die ihre Zielgruppe nutzt. Hierbei empfiehlt es sich Dritte, wie beispielsweise das eigene Netzwerk, einzubeziehen, denn je nach Standort können die Kommunikationsorte junger Menschen variieren. Die Verknüpfung von Online- und Offline-Kanälen kann dabei sehr hilfreich sein. Beide Wege können sich parallel unterstützen oder aufeinander aufbauen.

Mögliche Orte sind: Schulen, Schüler*innenausschüsse, Jugendtreffs, Sportvereine, Events, Workshops, das örtliche Jugendparlament, Jugendinitiativen und -verbände, Demonstrationen und Jugendfreizeiteinrichtungen, die Sie sowohl offline – direkt vor Ort – als auch online über ihre Social-Media-Profile, Websites, Newsletter und digitalen Werkzeuge erreichen können.