4 Fragen an: Ayham Bakkar

Thema

jugend.beteiligen.jetzt im Gespräch mit Ayham Bakkar, ehrenamtlicher Kurator bei KINO ASYL.

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Manche Leute sagten, sie dachten, dass es in den Ländern, wo die Flüchtlinge herkommen, keine Filme gibt. Aber bei uns sehen sie dann, dass das nicht stimmt.

Ayham Bakkar, ehrenamtlicher Kurator bei KINO ASYL

Wie bist du zu deinem Engagement gekommen?

Bakkar: Eine Freundin hat von dem Projekt in der Zeitung gelesen und mir davon erzählt. Daraufhin habe ich die Website herausgesucht, eine E-Mail geschrieben und schon war ich dabei.

Welche Rolle spielen digitale Tools (Apps, Websites, mobile Endgeräte etc.) in eurem Projekt?

Bakkar: Tablets, Smartphones und Laptops sind sehr wichtig, weil wir damit praktisch alles machen. Mit den Tablets filmen wir zum Beispiel kurze Trailer und Interviews mit den Kuator*innen für unseren YouTube-Kanal. Dort stellen sie sich und die Filme, die ins Programm geholt haben, vor. Für den professionellen Werbe-Clip für das Festival gibt es aber auch besseres Equipment.

Inwiefern hast du das Gefühl, dass euer Engagement etwas bewirkt hat?

Bakkar: Über die Tools wusste ich schon einiges, bevor ich bei KINO ASYL mitgemacht habe. Ein bisschen habe ich natürlich trotzdem noch gelernt. Ansonsten geht es bei dem Projekt aber eigentlich um Integration. Flüchtlinge machen mit, weil sie etwas über die Deutschen lernen wollen und Deutsche machen mit, weil sie die Kulturen der Flüchtlinge kennen lernen wollen. Da sehen sie dann, dass es auch viele Geflüchtete gibt, die nicht nur rumsitzen, sondern etwas tun wollen.

Das Publikum möchte auch die unterschiedlichen Kulturen kennenlernen. Manche Leute sagten, sie dachten, dass es in den Ländern, wo die Flüchtlinge herkommen, keine Filme gibt. Aber bei uns sehen sie dann, dass das nicht stimmt. Da lernen sie dann uns Kurator*innen, die Filme und das Essen kennen, welches wir vorbereiten.

Was würdet Ihr Euch wünschen, damit sich noch mehr Jugendliche beteiligen?

Bakkar: In unserem Fall würde ich mir wünschen, dass man mehr über solche Projekte schreibt. Und dass man uns unterstützt. Es kommen oft junge Leute zu uns, die gerne mitkuratieren möchten, die aber nach dem ersten Mal sagen, dass sie sich schämen, weil sie Probleme mit der Sprache haben. Dabei sagen wir ja: Deswegen bist du ja hier! Um das zu lernen und dich zu integrieren. Da würden wir uns mehr Unterstützung wünschen.

Ayham Bakkar ist 19 Jahre alt. Er bringt sich als einer von vierzehn Kurator*innen beim Filmfestival „KINO ASYL“ ein, das vom 3. bis 8. Dezember 2017 bereits zum dritten Mal in München stattfindet. Das Medienzentrum München des JFF koordiniert das Projekt in Zusammenarbeit mit Refugio und anderen Partnern. Mehr Informationen finden Sie auf der Festival-Website.