beWirken - Digitale Jugendbeteiligung der Stadt Kassel

Kassel

Mit über 1.000 beteiligten Jugendlichen war der erste Einsatz einer digitalen Beteiligung der Stadt Kassel ein voller Erfolg. Mit der neuen Beteiligungs-App von beWirken wurden niedrigschwellig Jugendliche über einen QR-Code und Link eingeladen ihre Meinung zum „Mobilitätskonzept Vorderer Westen“ abzugeben.

Hintergrund und Anlass zur Beteiligung

Mit über 1.000 beteiligten Jugendlichen war der erste Einsatz einer digitalen Beteiligung der Stadt Kassel ein voller Erfolg. Mit der neuen Beteiligungs-App von beWirken wurden niedrigschwellig Jugendliche über einen QR-Code und Link eingeladen ihre Meinung zum „Mobilitätskonzept Vorderer Westen“ abzugeben. Dabei musste für eine Teilnahme keine neue App installiert werden, sondern einfach im Browser des Handys. Die Web-App ist trotzdem mit modernen Gesten wie Swipen zu bedienen und schafft ein spielerisches Erlebnis.
In dem Projekt wurde auch festgestellt, das Erwachsene gerne eine ähnliche Beteiligung wünschen und die App gerne genutzt haben.

Beteiligte, Beteiligungsgegenstand und Zielsetzung

Mit dem Anfang 2018 gestarteten Prozesses für ein Mobilitätskonzept für den Stadtteil: „Vorderer Westen“ in Kassel, sollte eine neue Basis für Verkehrspolitische Entscheidungen getroffen werden. Bei einem solch wichtigen Prozess sind auch nach §4c S.1 HGO Kinder und Jugendliche in angemessener Weise zu beteiligen. In diesem Fall bietet sich eine Beteiligung im öffentlichen Raum an, die wichtige Knotenpunkte, Interessen und Verkehrsströme der Jugendlichen im Sozialraum berücksichtigt.
Die digitale Beteiligung wurde aufgrund der schwer zu erreichbaren Zielgruppe der Jugendlichen gewählt, um mit wenig Aufwand vielen eine Teilhabe zu ermöglichen. Die Beteiligung fand vom 7. Februar bis zum 15. März 2019 statt und wurde durch die Veranstaltung, Plakate, Postkarten und Onlineansprache begleitet.
Für die Umfrage wurde eine innovative Beteiligungs-App von beWirken genutzt, die selbst entwickelt wurde und für niedrigschwellige Beteiligung eingesetzt werden kann. Dabei ist die Nutzung am Smartphone durch eine ansprechende Bedienung und gute visuelle Darstellung besonders intuitiv und von anderen Apps bekannte Funktionen wie das Wischen werden genutzt.

Ziele der digitalen Beteiligung:

  • Niedrigschwellige Teilhabe für die Altersgruppe
  • Beteiligung im öffentlichen Raum am Punkt der Nutzung
  • Quantitative und Qualitative Aussagen zur Mobilitätsnutzung im Vorderen Westen
  • Ausprobieren einer digitalen Beteiligung für ein Beteiligungsverfahren der Stadt Kassel

Prozessübersicht/-verlauf

Die Jugendbeteiligung richtete sich an alle Jugendlichen, die im Stadtteil Vorderer Westen zur Schule gehen, wohnen oder ihre Freizeit verbringen, sowie den Stadtteil auf ihrem Schulweg durchkreuzen. Insbesondere mit einem Fokus auf das Fördergebiet. Schwerpunkt lag auf der Altersstufe zwischen 14 und 25 Jahren. Es wurden konkret die Klassenstufen 7-10 der Schulen in und rund um den Stadtteil Vorderer Westen eingeladen. Für die Onlinebefragung wurde mit Plakaten und Flyern im ganzen Stadtteil geworben. Besonders gut war hierbei, dass Plakate an Bushaltestellen hingen, somit war thematisch direkt ein Zusammenhang zur Aufforderung teilzunehmen und dem Ort der Teilnahme. Außerdem haben Personen hier kurz Zeit direkt mitzumachen. Außerdem wurden online speziell in Kassel lebende Jugendliche der Altersgruppe über eine Anzeige bei Facebook und Instagram angesprochen und über Facebook-Gruppen mit Bezug zum Stadtteil.
Analoge Werbung für den Beteiligungsprozess erfolgte durch Plakate und Postkarten.

Eingesetzte digitale Medien

Die digitale Beteiligung wurde mit der Beteiligungs-App von beWirken durchgeführt. Dieses Umfrage-Tool ist eine Web-App für Kommunen und Schulen und kann intuitiv mit wischen und anderen Gesten genutzt werden.
Zur Bewerbung wurden außerdem Facebook und Instagram, sowie E-Mail Verteiler genutzt.

Erfahrungen/Lehren aus dem Prozess

Die Resonanz auf die digitale Umfrage war für den begrenzten Zeitraum und den Themenfokus der Befragung besonders hoch. Eine ähnlich hohe Teilnehmerzahl wäre ohne digitales Instrument unmöglich gewesen.  Auch die besonders hohe Zahl vollständiger Datensätze von 57% der Teilnehmer*innen ist ein Zeichen von hoher Relevanz für die Teilnehmer*innen und einer adäquaten Form und Intensität der Beteiligung. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Kassel und beWirken, die den Beteiligungsprozess begleitet und online durchgeführt haben lief besonders gut. Trotz der vielen Herausforderungen, die in einem solchen Prozess von Seiten der Kommune zu beachten sind, wurde das Projekt erfolgreich im Kosten- und Zeitrahmen mit einem sehr großen Erfolg durchgeführt.

Als besonderes Learning, nehmen die Beteiligten mit, dass eine solche Form der digitalen Beteiligung mit der Beteiligungs-App von beWirken auch für Erwachsene relevant ist. Außerdem wurden im Vergleich mit der Online-Umfrage mehr Jugendliche erreicht und ein größeres inhaltliches Ergebnis als bei den bisherigen Offline Veranstaltungen und Straßenbefragungen. Die Kosten und der Aufwand sind deutlich geringer als bei Veranstaltungen zu denen am Ende wenig Jugendliche kommen.

Was lief besonders gut?
Die Ansprache über Plakate an Bushaltestellen und online über Facebook und Instagramm liefen sehr gut. Die Teilnahmequote und auch die Quote der vollständig ausgefüllten Befragungen sind deutlich höher als bei Vergleichbaren Tools oder Umfragen. Auch der Anreiz eines kleinen Dankeschöns in Form von Gutscheinen für Geschäfte im Stadtteil in Kassel hat funktioniert. Wichtig hierbei ist zu erwähnen, dass lediglich die Hälfte der Teilnehmenden an der Verlosung teilgenommen haben, obwohl sie alle Fragen beantwortet haben und nur eine E-Mailadresse nötig war. Dies zeigt dass das inhaltliche Interesse an der Beteiligung im Vordergrund stand und nicht der Anreiz des Gutscheins.

Koordinaten

  • Stadt Kassel, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt
    34117 Kassel
  • beWirken - Jugendbildung auf Augenhöhe gUG (haftungsbeschränkt)
  • Zeitraum: 7. Februar bis 15. März 2019
  • 1.073 Teilnehmer*innen